
Kurzinterview mit Hans-Rudolf Schurter, Schurter AG, Luzern
zur Auszeichnung Unternehmen des Monats"
Herr Schurter, Ihre Unternehmensgruppe hat gegen 400 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter in Luzern und über 1000 weltweit. In Ihrer Unternehmung arbeiten alle
zielorientiert und können die Arbeitszeit für ihre Aufgaben frei einteilen. So kann auch
Rücksicht auf die Familie genommen werden. Welche Erfahrungen haben Sie mit dieser
unternehmerischen Massnahme gemacht?
Der Gleitzeitsaldo, der plusminus 80 Stunden beträgt, gewährt den Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern tatsächlich ein grosses Mass an Freiheit in der Einteilung der
persönlichen Arbeitszeit. Unsere Erfahrungen sind gut, alle zeigen sich nicht nur
flexibel, wenn es um die eigenen Bedürfnisse geht, sondern auch dann, wenn die Firma
spezielle Bedürfnisse hat.
Stellen Sie eine grössere Motivation fest? Und gibt es Unterschiede zwischen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern?
Unsere Mitarbeitenden sind generell gut motiviert. Das hängt nicht nur von unserem
flexiblen Arbeitszeitmodell ab. Es ist aber ein wichtiger Baustein für eine gute
Motivation. Motivationsunterschiede bei Frauen und Männern, die auf das Arbeitszeitmodell
zurückzuführen wären, haben wir bis heute nicht festgestellt.
Und wie steht es in den andern Ländern gleiche Massnahmen?
Jedes Land hat sein eigenes Arbeitszeitmodell. Das hängt nicht zuletzt mit der
entsprechenden Gesetzgebung zusammen. Das Arbeitszeitmodell, das wir in der Schweiz
anwenden, ist aber mit Abstand das freiheitlichste und flexibelste. In Ländern wie
Deutschland oder Frankreich sind Fragen der Arbeitszeit viel stärker reguliert als bei
uns.Die Konkurrenz um talentierte Mitarbeiter verändert die Firmenkulturen. Ihre Gruppe
ist weltweit tätig.
Wie können Konflikte zwischen Privat- und Berufsleben in der neuen Ökonomie
gemildert werden?
Wir müssen den Veränderungen laufend Rechnung tragen, den Mitarbeitenden soviel
Verantwortung wie möglich übertragen und sie gut ausbilden. Diese Massnahmen
ermöglichen, mit den Anforderungen des Privat- und Berufslebens am besten fertig zu
werden.
Firmenzentralen werden zu regelrechten Dienstleistungsstätten für das Personal.
Integriert wird, was man braucht: Sportanlagen, Kindergrippen, Baby-Sitting , Ärzte und
Wellness-Studios, Seminare und Events. Nicht nur das Internet führt in der Unternehmung
der Zukunft zum gewünschten Mitarbeitertypus. Auch Ihre Überlegungen?
Ich selber führe ein mittelständisches Unternehmen. Eigene Sportanlagen, Baby
Sitting, Firmenärzte und Wellness-Studios sind kein Thema bei uns. Das ist vielleicht
etwas für Grossunternehmen. Wir sind aber Gründungsmitglied einer Kinderkrippe, bei
welcher wir eine gewisse Anzahl Plätze finanzieren und unseren Mitarbeitenden zur
Verfügung stellen. Events und Seminare, für welche Stakeholders auch immer, haben ein
konkretes Ziel und müssen mit unserer Unternehmensphilosophie kompatibel sein.
Welche Unternehmenswerte stehen in Ihrer Unternehmung im Vordergrund?
Unsere Führungskräfte leben klare Werte vor, indem sie die firmeninternen
4-V"-Grundsätze in der täglichen Führungsarbeit vorleben. Die 4V stehen für
Vorbild, Vertauen, Verantwortung und Veränderung
Herr Schurter, wir danken Ihnen für das Gespräch